Jung, Susanne "Breathe (rot)"

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Beschreibung

2016, Tusche, Gouache auf Papier, 28 x 21,5 cm | Die reduzierte ›minimale‹ Form und die auf ihre eigne Substanzialität reduzierte ›gedämpfte‹ – Susanne Jung schätzt den auf die alte chinesische Kunst zurückgehenden, vom französischen Philosophen Francois Jullien aufgegriffenen Begriff des ›Faden‹: Farbigkeit. All dies ermöglicht etwas ganz Seltenes, nicht ›Minimalistisches‹ sondern vielmehr Universelles aufscheinen zu lassen. Eine Vibration der Farben untereinander korrespondiert zudem mit weiteren, vor allem auch während einer Chinareise der Künstlerin verinnerlichte gestalterischen Prinzipien und ästhetischen Wertsetzungen. Das Vergängliche, Vorübergehende, nur Angedeutete – auch und ganz subtil dem Zufall Überlassene (wie Naturbelassene) – verweist auf die Behutsamkeit der Annäherung. Durch Erfahrungen und Erlebnissen während dieser Reise bekamen auch eine Reihe eindeutig nicht europäischen Traditionen zugehöriger Bedeutungssetzungen von Farbwirkung bzw. von einzelnen (Grund-)Farben für ihre Arbeit zentrale Bedeutung. Im buddhistischen Farbkanon (einiger Formen des Mahayana) repräsentieren beispielsweise bestimmten Farben spezielle sinnlich- mentale Eigenschaften, sind einzelnen Sinnesorganen und Bedeutungen zugeordnet. So steht Weiß beispielsweise für das Auge, also alles Visuelle, Blau für das Akustische, Rot für die Zunge, also das Sagbare und die ordnende Wahrnehmung, Gelb für Nase, Geruch, für emotional aufgeladene Empfindungen, Grün für den Intellekt, also für rationale Überlegungen und den Willen, Orange letztlich für das Höchste, für den Menschen Erreichbare, die Erleuchtung. Susanne Jung nutzt dies alles in einem zwar spirituellen, aber vor allem völlig illusionsfreien, ›entmystifizierten‹ Sinne. (aus dem Katalogtext S.32, Kunst als unaufdringliche Anwesenheit/zur ästhetischen Transzendenz im Werk von Susanne Jung, Autor Bernd Rosner)