Die Kunst-Karriere von Andreas Stucken begann 1975 in dem von Jürgen Wesseler geleiteten Kabinett für aktuelle Kunst in Bremerhaven. Dort half er, Ausstellungen zu organisieren und durchzuführen. Sein Engagement für das nicht-kommerzielle Kabinett, in dem früh die Künstler der internationalen Avantgarde gezeigt wurden (darunter Blinky Palermo, Gerhard Richter, Lawrence Weiner u.a.), dauerte bis 1980. Seither ist die Kunst aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken.

1980 gründete Andreas Stucken zusammen mit Detlef Carl und Gerti Fietzek das Museum für (Sub-)Kultur in Berlin, womit er dort einen der ersten Non-Profit Projekträume schuf. Künstler wie Braco Dimitrijevic, Jenny Holzer, Bernard Frize oder Sean Scully wurden hier gezeigt, lange, bevor sie international bekannt wurden. Für manche war es die erste Einzelausstellung in Europa bzw. in Deutschland. Es entstanden viele ortsbezogene Kunstwerke, darunter die berühmte Wandmalerei „Spider“ von Sean Scully in der Wohnung von Andreas Stucken in Berlin-Neukölln, dem damaligen Arbeiter- und heutigen Szene-Viertel. Das Museum für (Sub-) Kultur bestand bis 1983.

Zwischen 1985 und 2004 hatte Stucken verschiedene leitende Positionen im Vertrieb inne und ergänzte damit seine Expertise im Bereich der Kunst durch betriebswirtschaftliches Know-how.

Seit 2004 ist er selbstständig als Art & Financial Consultant (Stucken Art & Finance) und begleitet Unternehmen, Institutionen und Kommunen in Zusammenarbeit mit Künstlern bei Kunstprojekten aller Art. Darüber hinaus berät er Kunstsammler und Firmensammlungen bei der Auswahl und Archivierung ihrer Werke sowie der Sammlungspflege.

Genau zehn Jahre, von 2001 bis 2011 war Stucken Vorsitzender im Kunstverein Aichach. „Danach muss man sich entweder neu erfinden oder man gibt ab“, so der gebürtige Bremer, der in dieser Zeit Aichach als Kunstadresse geprägt hat.

Die raumbezogenen Ausstellungen im Kreuzgratgewölbe des Kreisgutes Aichach mit Achim Bitter, Stefan Gritsch, Haubitz und Zoche, Martina Klein, Martin Mele, Jürgen Paas, Hermann Pitz, Paul Schwer, Sean Scully, Rainer Splitt, Ina Weber, Ralf Werner, Joseph Zehrer, u.a. waren zum Teil sehr aufwendig und vielbeachtet, verschafften dem Kunstverein ein überregionales Renommee und ließen den Ausstellungsraum, den es heute so nicht mehr gibt, in neuem Glanz erstrahlen.

2008 eröffnete Andreas Stucken zusammen mit Karen Irmer, Angela Stauber und Tatjana Utz die Zweigstelle Berlin als Produzentengalerie, die er seit 2010 bis heute alleinverantwortlich und seit 2016 als virtuellen ART-Shop sowie als Pop up Galerie betreibt. Das sich aus zeitgenössischer Kunst speisende Programm reicht von Malerei, Zeichnung und Fotografie bis hin zu Installation.

Andreas Stucken hat Kunstgeschichte und Kommunikationswissenschaften an der TU Berlin studiert, ist daneben staatlich geprüfter Betriebswirt und kann mittlerweile auf über 40 Jahre Erfahrung in der Kunstbranche zurückblicken.

Die Nordsee-Zeitung schrieb am 10.9.1977 über das Kabinett für aktuelle Kunst: „Eine kleine Gruppe von Kunstsachverständigen proklamiert hier nicht etwa Weltveränderung, sondern zeigt, dass man erst einmal bei sich selbst beginnen muss, Maßstäbe zu setzen. „Sich das Äußerste abzuverlangen“ war und ist die Maxime von Jürgen Wesseler und seinen Mitarbeiten.“

Dieser Leitsatz gilt bis heute und führte Andreas Stucken auf seiner Kunst-Reise von Bremerhaven über Berlin nach Aichach und schließlich zurück nach Berlin, um hier vorläufig mit seinem Zitat zu enden: „Ich kann mich ohne Kunst nicht vorstellen“. | Foto: Florian Lechner