Udo Rutschmann, geboren in Augsburg, studierte Architektur an der Metropolitan University in London unter Adam Caruso und Bildhauerei an der Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Bonn.

In seinem Arbeitsprozess trägt Rutschmann sehr behutsam Farbschichten auf um diese schließlich auf spontane Weise mit Strukturen zu versehen: Mit Besen, Rasierklingen und anderen Gebrauchsgegenständen bricht der Künstler die Oberflächen wieder auf. Stets kommt es zu einem Zwiegespräch zwischen Zufall und Kontrolle, zwischen Wiederholung und Varianz. Schließlich sind es dann die Zwischentöne, die bei den Arbeiten von Udo Rutschmann zum Tragen kommen. Durch freigelegte Schichten und ausgesparte Stellen entsteht eine schwingende Lichtwirkung. Somit schließt sich wiederum der Kreis zu Rutschmanns Oszillatoren: Diese schaukelnden Federstahlarbeiten leben ganz besonders von Material, Struktur und Licht.

Rutschmann wählt ungegenständliche, klar strukturierte Formen, meist Linien und Kreise. Somit können seine Werke im Kontext der Konkreten Kunst gesehen werden. Doch auch hier zeigt er sich wiederum als Grenzgänger: Indem er die Formen verwischt und die Linien unterbricht, bringt er durchaus auch Elemente, die an informelle Kunst erinnern, ins Spiel. Was bei Emil Schumacher als „Formlos und doch Form“ beschrieben wurde, findet sich bei Udo Rutschmann in der Umkehrung „Form und doch formlos“. Somit gelingt dem Künstler hier eine Synthese.

Text: Dr. Mechthild Müller-Hennig


Rutschmann, Udo

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