Isabelle Dyckerhoff (geboren 1959 in Büderich) lebt und arbeitet in Berlin und München.

Wie kann man Farbe malen? Das möchte ich bei jedem Bild aufs Neue erkunden.

Im Mittelpunkt meiner Arbeiten steht die materielle Präsenz von Farbe, ihre Ausdruckskraft und räumliche Wirkung. Die Bilder entstehen durch das Aneinandersetzen, Überlagern, Wegnehmen von Farbe bzw. Farbflächen. Jede Farbe steht dabei mit der daneben, der dahinter und der darüber liegenden in Zusammenhang, und natürlich in Zusammenhang mit dem Ganzen. Farbklänge verstärken sich, es kommt zu Dissonanzen oder eine andere Farbe bringt wieder Ruhe in die Komposition. Jede Farbe steht zwar für sich allein, kann aber letztlich nur durch das Zusammenspiel mit dem Nachbarn oder der darunter liegenden Schicht zu ihrer vollen Geltung gelangen.

Die Farbfelder, die ich entweder in vielen Schichten aufbaue, die aber manchmal, zum Beispiel in den neueren Arbeiten, auch sehr reduziert und minimalistisch sein können, sind nicht immer strategisch geplant, sondern entwickeln sich während des Arbeitsprozesses, bei dem das Zusammenspiel von Farbe, Form und Struktur eine entscheidende Rolle spielt.

So kann Farbe gestisch den Bildraum erobern oder in relativ regelmäßigen rechteckigen Formen einem Raster oder Muster ähnlich die Leinwand bespielen oder ganz sparsam gesetzt die Frage stellen: wie viel wenig ist genug, damit ein Bild als Bild funktioniert. 

Foto: Anna Rosa Krau


Dyckerhoff, Isabelle

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