Claudia Desgranges (geboren 1953 in Frankfurt/M, lebt in Köln / München) ist möglicherweise weniger Malerin als Choreographin; die Geschichte, die sie erzählt, ist die Geschichte der Farbbewegungen, des Farbrhythmus, der Farbpausen, der Farbdauer, der Intensitaten des Erscheinens und Verschwindens. Das ist gespiegelte Lebenszeit, ohne anekdotisch zu werden, das ist vergegenwärtigte Natur, ohne Blumenbild zu werden, das ist ein autonomes Bild, ohne im angeblichen „Meisterwerk“ zu erstarren, das ist ein Selbstbildnis, in dem die Künstlerin mit ihrem Körper, ihrem Atem, ihren Bewegungen usw. anwesend ist, ohne sich selbst oder andere Menschen zu ikonisieren. Es ist eine Tatsache, entsprungen aus dem Bewusstsein der Kunstlerin, im Moment, während der Dauer der Betrachtung eingeschrieben und aktualisiert im Bewusstsein des Betrachtenden.“

Aus: Dr. Roland Scotti, Farbe als Moment in: Ausstellungskatalog :update – Claudia Desgranges, Bonn und Appenzell, 2014 | Foto: Viktor Dahmen, Köln


Desgranges, Claudia

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